Nachrichten aus der Kanzlei - Hand beim schreiben

Bewertung einer freiberuflichen Praxis im Zugewinnausgleich

von Wolfgang Sietzy

Bewertung einer freiberuflichen Praxis im Zugewinnausgleich

© aytuncoylum / Fotolia

Im Rahmen von Scheidungsverfahren ist die Ermittlung des Zugewinnes der beiden Eheleute oft kompliziert und besonders streitanfällig. Erschwert wird dies oft noch dann, wenn einer der beiden Eheleute eine freiberufliche Praxis als Arzt, Anwalt, Steuerberater etc. betreibt. Hier ist für die Ermittlung des Praxiswertes, so der Bundesgerichtshof in seinem Beschluss vom 22.11.2017 (Az.: XII ZB 230/17), die sogenannte „modifizierte Ertragswertmethode“ zugrunde zu legen. Der so ermittelte Wert basiert, vereinfacht, auf dem um einen kalkulatorischen Unternehmerlohn bereinigten Praxisertrag. Für die Wertermittlung ist üblicherweise der Wert der letzten drei bis fünf Jahre zu berücksichtigen. Eine gesonderte Zwischenbilanz auf den Stichtag des Scheidungsantrages o.ä. kann dabei nicht gefordert werden.

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