Bundesfinanzhof bleibt streng bei der „15 %-Grenze“

von Wolfgang Sietzy

Bundesfinanzhof bleibt streng bei der „15 %-Grenze“

© magele-picture / Fotolia

Beim Erwerb einer gebrauchten Immobilie muss strikt darauf geachtet werden, dass innerhalb von drei Jahren nach der Anschaffung keine Sanierungsmaßnahmen getätigt werden, die in der Summe höher liegen als 15 % der anteiligen reinen Anschaffungskosten für das Gebäude (nicht der Gesamtinvestition für Gebäude und Grundstück). Sonst sind diese Kosten steuerlich nicht sofort abziehbar, sondern fließen nur in die Abschreibung mit ein. Zu der Berechnung dieser „15 %-Grenze“ hatte der BFH in seinem Urteil vom 09.05.2017 (Az.: IX R 6/16) entschieden, dass dabei Kosten nicht einzurechnen sind, die zur Beseitigung von Schäden anfallen, die durch schuldhaftes Verhalten des Mieters nach dem Immobilienerwerb entstanden sind. Inzwischen hat der BFH in einem jetzt veröffentlichten Urteil vom 13.03.2018 (Az.: IX R 41/17) entschieden, dass Kosten in die Berechnung der Grenze einzubeziehen sind, die dadurch entstanden sind, dass der Erwerber erst nach dem Kauf bemerkt hat, dass hier Mängel zu beseitigen sind, die bereits zum Kauftermin vorlagen, damals aber nicht erkannt wurden. Hier war nach dem plötzlichen Tod der langjährigen Mieterin erheblicher Renovierungsstau zu beseitigen, die Kosten hat der BFH aber nicht zum sofortigen Abzug zugelassen.

Zurück