Steuerhinterziehung bringt auch Erben in Bedrängnis

von Wolfgang Sietzy

Steuerhinterziehung bringt auch Erben in Bedrängnis

© stadtratte / Fotolia

Dass Steuerhinterziehung auch über den Tod hinaus Schwierigkeiten bringen kann, ist keine neue Erkenntnis. Dies betrifft zunächst die Frage an die Erben, ob sie das oft im Ausland "geparkte" Geld bei der Erbschaftsteuererklärung angeben oder nicht. Wenn sie dies unterlassen, begehen sie selbst eine neue Steuerhinterziehung. Wenn sie die Tat des Verstorbenen offenlegen, müssen sie dessen Steuererklärungen für die vergangenen zehn Jahre berichtigen, was oft nicht einfach ist. Eine weitere Komplikation ergibt sich aus einem Fall, über den der Bundesfinanzhof im letzten Jahr zu entscheiden hatte (Urteil vom 29.8.2017, Az.: VIII R 32/15). Eine demente Mutter musste sich bei der Steuererklärung von einer Tochter helfen lassen. Nach dem Tode der Mutter verlangte das Finanzamt von der zweiten Tochter die Steuern für 10 Jahre zurück nach. Dies war rechtmäßig, so der BFH, der ausführte, dass spätestens mit dem Tode der Mutter den Erben die Steuerhinterziehung bekannt wurde und die Berichtigungspflicht entstand. Dabei spielte es keine Rolle, dass die andere Tochter der Mutter bei der Erstellung der (unrichtigen) Steuererklärung half. Das Finanzamt durfte von jedem der Erben die hinterzogene Steuer nachfordern.     

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